Auszug aus der Schießsportordnung

Auszug aus der Schießsportordnung vom 20.07.20151)
Präambel:
Der Verband der Reservisten der Deutschen Bundeswehr e.V. (VdRBw) ist vom Deutschen Bundestag mit der Durchführung der beorderungsunabhängigen, freiwilligen Reservistenarbeit außerhalb der Deutschen Bundeswehr beauftragt.
Diese Schießsportordnung enthält eine Zusammenfassung aller bisher herausgegebenen Weisungen und Ergänzungen für Erwerb, Besitz und Nutzung von Schusswaffen und Munition durch die Mitglieder des Reservistenverbandes.
Die Anerkennung des Reservistenverbandes als Schießsportverband verlangt eine strikte Handlungsweise aller Verbandsebenen entsprechend dieser Schießsportordnung.
Es ist Aufgabe aller Mitglieder, Mandatsträger und Beschäftigte, nach dieser Schießsportordnung zu verfahren.
Der Schießsport wird nicht als Selbstzweck betrieben. Er dient der Betreuung sowie der Motivation und fördert die Ausbildung in Schießfertigkeiten und -technik. Der Schießsport ist eingebettet in die Verwirklichung des Satzungszweckes des Reservistenverbandes.
101. Die Bestimmungen des Waffengesetzes hinsichtlich Erwerb, Besitz und Benutzung von Schusswaffen und Munition machen es erforderlich, ihre Anwendung im Verband der Reservisten der Deutschen Bundeswehr e.V. (VdRBw), im Folgenden nur: Verband, einheitlich und verbindlich zu regeln. Diese Schießsportordnung ist für den Schießsport im Verband bindend.
102. Zweck dieser Sportordnung ist die Regelung und Überwachung des Schießsportes innerhalb des Verbandes nach einheitlichen Bestimmungen zur Förderung, Pflege und Durchführung auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene. Dies geschieht sowohl als Leistungs- als auch als Breitensport.
103. Neben den sportlichen Aspekten ist der Schießsport im Verband Bestandteil der Qualifizierung und Förderung von Reservisten. Durch den regelmäßigen und sicheren Umgang mit Waffen und Munition sowie die sachkundige Ausbildung stellt der Verband der Bundeswehr qualifizierte Reservisten als Funktionspersonal für die Aus- und Weiterbildung zur Verfügung.
104. Der Verband betreibt Schießsport ausschließlich als sportliche Wettbewerbe. Militärische Schießen sind unzulässig.
105. Die Benutzung von Waffen (vgl. § 6 AWaffV2)), die vom Schießsport ausgeschlossen sind, ist bei Schießsportveranstaltungen des Verbandes untersagt.
Dieses sind:

  1. Kurzwaffen mit einer Lauflänge von weniger als 7,62 Zentimeter (drei Zoll),
  2. halbautomatische Schusswaffen, die ihrer äußeren Form nach den Anschein einer vollautomatischen Kriegswaffe hervorrufen, die Kriegswaffen im Sinne des Gesetzes über die Kontrolle von Kriegswaffen sind, wenn:
  • die Lauflänge weniger als 42 Zentimeter beträgt,
  • das Magazin sich hinter der Abzugseinheit befindet (so genannte Bul-PupWaffen) oder
  • die Hülsenlänge der verwendeten Munition bei Langwaffen weniger als 40 Millimeter beträgt;
  • halbautomatische Langwaffen mit einem Magazin, das eine Kapazität von mehr als zehn Patronen hat.
  1. Waffen, die nach Anlage 2, Abschnitt 1, des Waffengesetzes (WaffG3)) verboten sind.
  2. Ausnahmen nach Nrn. 1 – 3 bedürfen zwingend der Genehmigung des Bundesverwaltungsamtes.
  3. Der Verband verbietet insbesondere Elemente in seinen Schießdisziplinen (vgl. § 7 AWaffV) bei denen:
  • das Schießen aus der Deckung heraus erfolgt,
  • nach der Abgabe des ersten Schusses Hindernisse überwunden werden,
  • das Schießen in deutlich erkennbarem Laufen erfolgt,
  • das schnelle Reagieren auf plötzlich und überraschend auftauchende, sich bewegende Ziele gefordert wird (ausgenommen das Schießen auf Wurf- und auf laufende Scheiben) es sei denn, das Schießen erfolgt entsprechend einer vom Bundesverwaltungsamt genehmigten Sportordnung,
  • das Überkreuzziehen von mehr als einer Waffe (Cross Draw) gefordert wird,
  • Schüsse ohne genaues Anvisieren des Ziels (Deutschüsse) abgegeben werden, ausgenommen das Schießen auf Wurfscheiben,
  • der Ablauf der Schießübung dem Schützen vor ihrer Absolvierung nicht auf Grund von zuvor festgelegten Regeln bekannt ist.

Die Veranstaltung vorgenannter Schießübungen sowie die Teilnahme als Sportschütze des Verbandes an derartigen Übungen ist verboten.

106. Bei Wettkämpfen, Training und anderen Schießsportveranstaltungen des Verbandes ist grundsätzlich Zivilkleidung zu tragen. Bekleidungen, die den Eindruck einer Zugehörigkeit zu einer paramilitärischen Organisation oder Sicherheitsorganisation hervorrufen können, sowie Bekleidung mit aggressivem, anstößigem oder verbotenem Aufdruck sind nicht erlaubt. Verstöße gegen diese Regel führen, soweit der Mangel nicht abgestellt wird, zum Standverweis und zur Disqualifikation bei Wettkämpfen. Die Aufsicht über die Einhaltung dieser Regelung obliegt dem Leiter der Veranstaltung.
107. Zum Nachweis der schießsportlichen Aktivitäten nach § 15 Abs. 1 Nr. 7 b. WaffG muss bei jeder Schießsportveranstaltung

  1. vom Veranstalter die vom Verband vorgeschriebene Anwesenheitsliste und
  2. von jedem Schützen ein persönliches Schießbuch geführt werden.
108. Bezugnehmend auf § 15 Abs. 4 WaffG verpflichtet der Verband seine schießsportreibenden Mitglieder, der Anerkennungsbehörde Zugang zu den Schießstätten während des Schießens uneingeschränkt zu gewähren. Dies Bedarf bei Mitbenutzung nicht eigener Schießständeeiner schriftlichen Vereinbarung mit dem Eigentümer.
201. Im Verband erfolgt die Ausübung des Schießsportes in Reservistenarbeitsgemeinschaften (RAG) Schießsport. Schießsportliche Wettkämpfe in seinen übergeordneten Verbandsgliederungen erfüllen den Anspruch auf Ausübung des Schießsportes als Leistungssport.
Eine Reservistenarbeitsgemeinschaft Schießsport (RAG Schießsport) ist ein Zusammenschluss von schießsportinteressierten Mitgliedern im Verband mindestens auf Ebene der Kreisgruppe.
Die Gründung einer RAG erfolgt nach vorheriger Genehmigung durch den Landesvorstand (§ 5 Abs. 5 OrgO) im Einvernehmen mit dem Landesschießsport-Verantwortlichen und dem betreffenden Vorstand.
220. Die Mitglieder einer RAG-Schießsport wählen einen Vorsitzenden in Anlehnung an die WaDO. Dieser handelt in seinem Aufgabenbereich eigenverantwortlich, ist dem Kreisvorstand und dem jeweils übergeordneten Schießsport-Verantwortlichen jedoch rechenschaftspflichtig.
221. Der Vorsitzende einer RAG-Schießsport muss sachkundig (§ 7 WaffG), zuverlässig (§ 5 WaffG) und persönlich geeignet (§ 6 WaffG) sein. Er muss über Erfahrung im Bereich des Schießsportes verfügen und die Ausbildung zum VdRBw-Schießleiter erfolgreich absolviert haben.
222. Der RAG-Vorsitzende ist verantwortlich für:

  • Organisation des Schießsportes in der RAG gemäß WaffG und dieser Schießsportordnung.
  • Waffenrechtliche Aufsicht bei den schießsportlichen Veranstaltungen der RAG. Bei Feststellung von Verstößen gegen die Schießsportordnung ist er zu Ergreifung geeigneter Maßnahmen verpflichtet. Mit Unterstützung des Vorstandes seiner Ebene, ggf. des Schießsport-Verantwortlichen und des Vorstandes der nächsthöheren Ebene, bedient er sich dabei der auch sonst gültigen Regularien des Verbandes.
  • Vertretung der Interessen der RAG-Mitglieder gegenüber dem Kreisvorstand, ggf. den nächsthöheren Ebenen.
  • Einhaltung der Bestimmungen der Schießsportordnung, des Waffenrechts und der jeweiligen Sicherheitsbestimmungen.
  • Sorgfältige Einführung von Neuschützen in den regelgerechten Schießsport, ggf. Vermittlung von erfahrenen Schützen als Paten.
  • Ansprechpartner für schießsportliche Fragen in der RAG.
  • Ausbildung der RAG-Mitglieder.
  • Vorprüfung waffenrechtlicher Anträge.
  • Einhaltung der Meldepflicht gegenüber den zuständigen Behörden (gemäß WaffG und erlassener Verordnungen); Austritte aus der RAG -Schießsport.
  • Führen einer Mitgliederliste und jährliche Bestandsmeldung an den Landesschießsport-Verantwortlichen sowie Vorlage einer Veranstaltungsjahresplanung an die zugeordnete Geschäftsstelle.
  • Führen und Weiterleiten der Anwesenheitslisten.
  • Durchführung der jährlichen Sicherheitsbelehrung.